Greenkeeping

Die Grüns sind das sensibelste und aufwändigst gebaute Element eines Golfplatzes. Jeden Tag werden sie zig-fach mit Füßen getreten. Das liegt in der Natur der Sache, ein Grün muss das abkönnen. Was ihm jedoch nicht gut bekommt, sind Verletzungen.

Pitchmarken sind Platzwunden

Jeder Ball, der auf die Grasdecke knallt, hinterlässt einen Abdruck. Auf harten, trockenen Grüns und bei geringem Falltempo ist der meist kaum oder gar nicht zu sehen. Aus großer Höhe und bei weichen Grüns indes erzeugt das „Geschoss“ förmlich eine Platzwunde: Beim Aufprall des Balls werden die oberen Bodenschichten an die Ränder des Einschlaglochs gedrückt, die Grasnarbe faltet sich auf. „Lücken in der Grasnarbe, beispielsweise durch schlecht oder nicht reparierte Pitchmarken, fördern Gräserkrankheiten“, sagt Golfrasen-Experte Klaus Schmitt, der europaweit bei der Neuanlage und Sanierung von Plätzen berät.

Als Gegenmittel hat irgendwann ein kluger Kopf die Pitchgabel erfunden. Auf der Runde sollte sie nicht nur allzeit griffbereit sein, sondern vor allem benutzt werden. Zum Ausbessern der selbst verursachten Krater, das ist eine Frage der Etikette. Und auch für fremde Pitchmarken. Man muss freilich den Eindruck gewinnen, dass eher das schlechte Beispiel Schule macht: Auf manchen Grüns hat‘s fast mehr frische und alte Schmisse als ein Golfball Dimples zählt.

„Nach mir die Sintflut“?

150 Quadratmeter eines Grüns, so wird geschätzt, werden im Lauf einer Saison von Pitchmarken belegt. Statt die Hinterlassenschaften zu kaschieren und den folgenden Spielern eine ordentliche Oberfläche und eine saubere Puttlinie zu hinterlassen, herrscht allzu oft scheinbar das Prinzip „Nach mir die Sintflut“.

Pitchmarken ausbessern bedeutet: Ränder nach innen drücken

Das sollten sich all diejenigen zu Herzen nehmen, denen eine Pitchgabel eher als skurriles Utensil vorkommt. Ball-Einschlaglöcher nicht auszubessern, kommt vorsätzlicher Sachbeschädigung gleich.

Auch in den kalten Monaten wollen wir unseren Lieblingssport nicht missen und besuchen daher mit der Community die angesagtesten Toptracer Anlagen des Landes.

Die richtige Handhabung einer Pitchgabel wird vielfach missverständlich erklärt, ist aber einfach und naheliegend. So, wie bei einer Blessur der Haut die Wundränder zusammen geführt und geschlossen werden, so gilt es auch den vom Ball verursachten Krater zu schließen. Die Pitchgabel wird rund um das Einschlagloch mehrfach seitlich (45 Grad Winkel) in den Boden gesteckt und dann vorsichtig nach vorne gedrückt. Leichte Drehbewegungen sind dabei durchaus hilfreich. Abschließend wird die Fläche mit der Puttersohle geebnet.

Keinesfalls jedoch wird eine Hebelbewegung ausführt, um die Delle wieder nach oben zu drücken. Damit macht man alles nur noch schlimmer, die Wurzeln werden ausgerissen, das Gras stirbt unweigerlich ab.

Nach einer Untersuchung der PGA of America regeneriert sich das Grün bei Pitchmarken, die innerhalb der ersten fünf Minuten korrekt repariert werden, binnen 24 Stunden spurenlos. Ohne Ausbesserung benötigen die Selbstheilungskräfte des Grases dafür deutlich länger, vier bis sechs Wochen. In dieser Zeit ist die Kahlstelle eine offene Wunde und damit ein idealer Nährboden für Infektionen oder Pilzbefall.

Die Schotten haben das passende Sprichwort fürs Problem: „Wenn jeder zwei Pitchmarken pro Grün ausbessert, gibt‘s bald keine mehr.“

Quelle: (Auszug 25. Jun. 2018 von Michael F. Basche in Köln, Deutschland)


Die Grüns wurden Ende Oktober vertikutiert bzw. senkrecht geschnitten. Diese mechanische Platzpflegemaßnahme verhindert die Bildung von Rasenfilz und es wird hierbei organisches Material „Thatch“ abgebaut. Rasenfilz verhindert oft die  ausreichende Versorgung der Graswurzeln mit Wasser und wichtigen Nährstoffen.  Dies hat zur Folge,  dass sich Rasenfäule und Pilzerkrankungen auf den Grüns bilden können, da die Resistenz der Pflanzen abnimmt. Es ist für die Qualität eines Grüns sehr wichtig, diese Filzschicht so gering wie möglich zu halten. Wir werden im Frühjahr diesen Prozess wiederholen.

Zudem sorgt das „Auslichten“ des Grasbestandes für schnelleren und saubereren Balllauf. Wir haben unsere Grüns danach direkt gemäht und gebügelt, damit unsere „Grüns“ auch weiterhin treu bleiben.

Diese Woche aerifizieren wir unsere Grüns mit dem „Verti-Drain“. In erster Linie soll der Boden unter dem empfindlichen Rasen der Grüns  tiefen-gelockert werden, damit der Luft- und Wasserhaushalt im Boden funktioniert. Der Boden wird daher mechanisch belüftet und Verdichtungen werden gelockert. Das Aerifizieren der Funktionsflächen in regelmäßigen Abständen hat einen entscheidenden Einfluss auf die gesunde Entwicklung, die Widerstandsfähigkeit und Qualität unserer Gräser.

Golfclub Röttgersbach

An den Erholungspark Mattlerbusch angrenzend, weist unsere Golfplatz den typischen Charakter des rechten Niederrheins auf. Die 18 Spielbahnen sind mit zahlreichen Bunkern und Wasserhindernissen ausgestattet und erfordern aufgrund der anspruchsvollen Gestaltung oftmals kluges Spiel.

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Golfclub Röttgersbach
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